F!G Interview – Charlotte Britz

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Saarbrückens OB Charlotte Britz im Interview mit Fibel!Gastro

Frau Britz, man sieht Sie gelegentlich mit oder auch ohne Fahrrad in der Saarbrücker Gastronomie. Haben Sie ein Lieblingsrestaurant, das sie unseren Lesern empfehlen können?
Das fällt mir schwer. Bei dem hervorragenden gastronomischen Angebot, das unsere Stadt bietet, könnte ich auf Anhieb ein Dutzend Restaurants empfehlen. Denn was die Saarbrücker Gastronomie ausmacht, ist ihre Vielfalt, ist, dass sie für jeden Gaumen und für jeden Geldbeutel das Passende bietet.

Bevorzugen Sie eine bestimmte Landesküche?
Unsere saarländischen Gerichte kann ich immer essen, aber ich liebe auch die mediterrane Küche. Ich gehe immer gerne in Lokale, die eine Saisonkarte haben und die in die Jahreszeit passende Produkte anbieten. Was für mich zum Beispiel nicht geht ist Spargel im Dezember. Da gilt für mich eher: Alles zu seiner (Jahres-)Zeit.

Wie schaut es mit den eigenen Kochkünsten aus?
(Lacht) In der Küche werde ich immer besser, aber das ist nach wie vor ausbaufähig. Da spielt bei mir die doch recht knappe Freizeit eine Rolle. Ich kann eigentlich nur mal am Wochenende den Kochlöffel selbst schwingen.

Eine gute Ernährung ist wichtig, damit man auch im Job leistungsfähig bleibt. Was gibt es bei der Oberbürgermeisterin über den Tag gewöhnlich auf den Teller?
Die gesunde Ernährung kommt bei mir im doch recht stressigen Alltag leider zu kurz. Da reicht es zwischen den vielen Terminen oft gerade mal für ein Käsebrötchen.

Charlotte Britz zum 10-jährigen Jubiläum
“Eine super Idee der Herausgeber: Fibel!Gastro ist seit 10 Jahren immer am Puls der Zeit und informiert über Trends in der Gastronomie – das ist ganz im Sinne von uns Saarländern, die gerne genießen.“

Vegetarische oder vegane Ernährung liegt bei Verbrauchern, aber mittlerweile auch bei vielen Restaurants voll im Trend. Haben Sie sich schon einmal mit dieser Thematik auseinandergesetzt?
Ich finde einen übermäßigen Fleischgenuss nicht gut, man kann auch leckere Gerichte fleischlos zubereiten. Wenn man Fleisch isst, sollte man auf die Herkunft schauen. Ich setze da gerne auf Erzeuger aus der Region, damit man weiß, was man auf dem Teller hat. Ganz auf Fleisch verzichten möchte ich persönlich nicht. Ich finde aber gut, dass sich unsere Gastronomen auf die sich ändernden Kundenwünsche einstellen und hier auch einiges ausprobieren.

Die Saarbrücker Sterneküche fand zuletzt große Beachtung und sorgte für positive Schlagzeilen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Diskussionen um gastronomische Hotspots (Abendliche Außenbewirtung am St. Johanner Markt, Vergabe von Konzessionen im Nauwieserviertel). Welchen Weg will die Stadt in dieser Richtung gehen?
Für mich als Oberbürgermeisterin ist es wichtig, dass das Zusammenleben in der Stadt funktioniert und wir den unterschiedlichen Interessen gerecht werden können. Unsere Stadt muss den Nachtschwärmern etwas bieten, es muss aber auch möglich sein, dass Menschen in der Innenstadt leben können. Im Nauwieser Viertel zum Beispiel sind wir im Gespräch mit den Bürgerinitiativen und den Gastronomen auf einem guten Weg, damit das funktionieren kann.

Molekularküche oder Currywurst?
Da kann ich nur sagen: Der Anlass muss passen. Ich bin aber offen für neue Sachen und probiere sie gerne aus.

Wenn Sie Saarbrücken mit einem Gericht vergleichen sollten, welches Gericht würden Sie wählen?
Das ist eine schwierige Frage, aber wenn wir bei den Jahreszeiten bleiben. Da passt Bibblschesbohnesupp mit Zwetschgenkuchen – da kombinieren wir das Herzhafte mit dem Süßen und zeigen, wie unglaublich vielfältig unsere Stadt ist.

Mit welcher kulinarischen Sünde kann man Sie bestechen?
Das geht ganz einfach: Bratkartoffeln mit Eiersalat!

Interview: Markus Brixius Bild: Stadt Saarbrücken