Sarah Wiener – Kulinarische Abenteuer in Großbritannien

Austern

Großbritannien genießt nicht gerade den Ruf eine lukullische Hochburg zu sein. Daran konnte auch die „New British Kitchen“ anerkannter britischer Chefs bislang nicht viel ändern. Berüchtigte „Nationalgerichte“ wie Fish ’n‘ Chips, Black Pudding, Haggis, Laverbread oder Irish Stew lassen passionierten Gourmets tatsächlich nicht wirklich das Wasser im verwöhnten Munde zusammenlaufen.

Davon ließ sich die beliebte TV-Köchin Sarah Wiender nicht abschrecken und hat sich mit einem roten VW in das Land des Dauerregens begeben. Dort hat ihr der der Londoner Starkoch Gary Rhodes eine Wette angeboten: Erst wenn sie bewiesen hat, zehn klassische britische Gerichte kochen zu können, darf sie sich ein Urteil über die einheimische Küche erlauben.

Wie würden Sie die britische Küche aus Sicht Ihres österreichisch-deutsch geprägten Gaumens beschreiben?
Gewöhnungsbedürftig.

Was entgegnen Sie nach Ihren Erfahrungen jemandem, der die englische Küche als schlecht bezeichnet?
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber es gibt eben auch Inseln der kulinarischen Seligkeit. In vielen kleinen Städten ernähren sich weite Teile der Bevölkerung allerdings nur noch von Industrienahrung. Das hat mit britischer Küche wenig zu tun.

Was ist eigentlich Ihre Lieblings-Landesküche?
Die itialienische. Sehr einfach, gemüselastig, und abwechslungsreich.

Gibt es überhaupt „die“ britische Küche oder konnten Sie Unterschiede zwischen der englischen Küche und der schottischen, nordirischen und walisischen Küche ausmachen?
Jede Region hat ihre Besonderheiten.

Sie betreiben mehrere gastronomische Betriebe in ganz Deutschland. Würden Sie es nach Ihren Erfahrungen in GB auch wagen, im deutschsprachigen Raum ein Restaurant mit britischen Spezialitäten zu eröffnen?
Das würde wenig Sinn machen. Ich bin ein Fan von regionalen Küchen, aber dort wo die Region ist.

Sie haben nun schon einige Betriebe erfolgreich auf die Beine gestellt. Welchen Tipp haben Sie für junge Gastronomen, die „eine tolle Idee“ haben?
Jeder zweite hat tolle Ideen. Gastronomie ist ein hartes Pflaster. Ein Tipp wird da nicht reichen. Ich ringe wie jeder Unternehmer jeden Tag um ein gesundes zukunftsfähiges Unternehmen.

Was ist für Sie ein gutes gastronomisches Konzept?
Eines, das in der Praxis funktioniert. Und im besten Fall den Leuten nichts andreht, worauf sie besser verzichten sollten.

Die „Sarah Wiener Stiftung“ setzt sich für gesunde Ernährung bei Kindern ein. Was glauben Sie ist der Grund, warum wir unsere Kinder nicht richtig ernähren, obwohl wir eigentlich das Gegenteil wollen.
Das ist ein großes Thema und hat viele Gründe. Lassen Sie es mich positiv sagen: Kochen Sie frisch und mit Achtsamkeit mit Ihren Kindern so oft es geht. Dann können Sie nicht mehr viel falsch machen.

Interview: Markus Brixius Bilder: PR

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *